Namen und Bezeichnungen Gottes • Teil 10 von 12
Der Name des HERRN ist ein starker Turm
Thomas Roser
10. Juni 2023
Sprüche 18,10
Der Name des HERRN ist ein starker Turm;
der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit.(Übersetzung: Elberfelder)
In diesem Vers taucht das Wort “HERRN” in Großbuchstaben auf. Immer, wenn in unseren Bibeln „HERR“ in Großbuchstaben erscheint, dann wissen wir, dass da im hebräischen Grundtext der Gottesname „JHWH“ steht → Jahwe.
Nun wird über den Namen des HERRN (Jahwe) ausgesagt, dass er wie ein starker Turm ist. Das ist eine bildliche Beschreibung - doch was bedeutet dieses Bild vom Turm?
Jede mittelalterliche Burg, die nicht nur ein Wohnsitz des Fürsten war, sondern eine echte militärische Festung, hatte einen großen Turm in der Burg. Dieser Turm wurde Bergfried genannt und er zeichnet sich im Normalfall dadurch aus, dass er im unteren Bereich nur eine Tür und keine Fenster hat. Außerdem ist er deutlich höher als der Rest der Burg und das stabilste Gebäude in der ganzen Burg. Sollten die Feinde, die äußeren Mauern überrennen und die Burg einnehmen, dann konnte sich die Burgbesatzung dorthin zurückziehen und von dort aus die Angreifer bekämpfen. Es war der sicherste Ort in der Burg.
Burgruine Münzenberg, Hessen (Foto: (c) Presse03, commons.wikimedia.org)
Sprüche 18,10
Der Name des HERRN ist ein starker Turm;
der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit.(Übersetzung: Elberfelder)
Der Name des HERRN (Jahwe) ist also so wie ein Bergfried. Wenn alle unsere Abwehrmechanismen versagen und der Feind – sei es Angst, Verzweiflung oder Versuchung – mit Macht in unser Leben eindringt, dann ist da immer noch dieser Turm. Der starke Turm. Die letzte Bastion gegen die Angriffe des Feindes. Wer sich unklug verhält, der kämpft im Burghof weiter gegen einen übermächtigen Feind. Wer klug und weise handelt, der flüchtet sich in den starken Turm.
Einschub: wer ist gerecht?
Der Name des HERRN (Jahwe) ist diese letzte Zuflucht für uns. Genauer gesagt: für „den Gerechten“. Wer ist dieser Gerechte? Wer von uns darf von sich so denken? Wer von uns kann sich anmaßen, so über sich zu denken? Sind wir nicht alle immer wieder beschäftigt mit unseren Fehlern, unserer Ungerechtigkeit und unseren Sünden? Also können wir uns nicht als „Gerechte“ bezeichnen. Folgerichtig können wir auch keine Zuflucht zu dem starken Turm nehmen. Doch das wäre eine falsche Auslegung. Das ist wie bei den Kriterien für die Einsetzung von Ältesten im Neue Testament: Man kann das exakt und so streng auslegen, dass kein Mensch auf Erden diese Kriterien erfüllen kann und verhindert mit dieser scheinbar bibeltreuen Auslegung die biblische Ältestenschaft. So ist es auch mit „dem Gerechten“. Man kann das sehr streng auslegen, dann gibt es keinen Menschen auf Erden, der sich jemals zu dem HERRN flüchten dürfte, weil jeder von uns ungerecht ist. Diese Auslegung kann also nicht biblisch und nicht bibeltreu sein! Besser ist es, beim Thema „Gerechtigkeit“ auf die Gerechtigkeit Gottes zu schauen - nicht auf unsere eigene.
Unsere Gerechtigkeit bringt uns nichts. Denn sie kommt aus dem Gesetz und zeigt uns nur um so deutlicher unsere Ungerechtigkeit. Wir brauchen eine andere, eine bessere Gerechtigkeit (Philipper 3,9, Römer 1,17 + 3,22). Es gibt im Neuen Testament dazu eine klare Feststellung: Der Glaube wird uns als Gerechtigkeit angerechnet (Römer 4,3, Jakobus 2,23).
Das heißt: Jeder, der an Jesus Christus glaubt und durch SEINE Gerechtigkeit erlöst worden ist, der zählt zu den Gerechten.
Der starke Turm in der Praxis
Sprüche 18,10
Der Name des HERRN ist ein starker Turm;
der Gerechte läuft dahin und ist in Sicherheit.(Übersetzung: Elberfelder)
Nun bleibt eine letzte und ganz praktische Frage übrig. Es ist ja nun klar, dass wir als gerecht-gemachte zu den Gerechten gehören. Es ist auch klar, dass es dort völlige Sicherheit gibt. Aber wie läuft man denn dahin? Wie soll das praktisch funktionieren?
Hier gibt es 2 Punkte, die wir beachten sollten:
- Schau in die richtige Richtung!
Wenn wir auf den Feind schauen, können wir nicht gleichzeitig zum Turm laufen. Wenn wir auf unsere Schwächen schauen, gelingt es auch nicht. Wenn wir auf die Welt schauen, dann wird es uns nicht gelingen, uns in Sicherheit zu bringen. Am schnellsten können wir zum sicheren Zufluchtsort laufen, wenn wir auch genau dorthin schauen.
- Es geht um den Namen des HERRN!
Der Vers in Sprüche 18,10 ist ein Bild. Ein Gleichnis. Der Ort, an dem wir in Sicherheit sind, ist kein geographischer Ort. Es geht nicht darum, zu einem bestimmten Ort auf einer Karte hinzulaufen, sondern es geht um den Namen des HERRN und da können wir sehr schnell “hinlaufen”:
Apostelgeschichte 2,21
Und es wird geschehen: Jeder, der irgend den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.“(Übersetzung: Elberfelder)
Römer 10,13
„denn jeder, der irgend den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden“.(Übersetzung: Elberfelder)
Ein kurzes Gebet, in dem wir den Namen des Herrn anrufen - und wir sind bereits in Sicherheit. Ein kurzes Gebet, zu unserem Herrn Jesus Christus gerichtet und wir sind gerettet. In jeder Not und in jeder Bedrängnis können wir uns zu dem starken Turm des Namens des HERRN retten, indem wir diesen Namen des Herrn anrufen. Du darfst ihn Jahwe nennen, Vater oder Jesus Christus. Solange Du nur deinen Blick auf ihn richtest (Hebräer 12,2) und seinen Namen anrufst, machst Du alles richtig. Und er wird deine Zuflucht sein - dein starker Turm!
Weitere Bibelstellen:
2.Samuel 22,3
Psalm 18,2; Psalm 27,1; Psalm 56,3-4;Psalm 61,3-4; Psalm 91,2
Jesaja 26,4
Tipp: Martin Pepper: Du bist ein starker Turm - Youtube-Video