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Psalm 3,2 – Feinde bekämpfen?

Ach, HERR, wie zahlreich sind meine Feinde!“ (Psalm 3,2a Schlachter 2000)

Zahlreiche Feinde

Was sind das für Feinde, die so zahlreich sind? Der Psalm wurde von David geschrieben und David wurde zu der Zeit von seinem eigenen Sohn Absalom verfolgt. Der wollte an seiner statt König werden und hatte eine große Gefolgschaft. David war ziemlich allein.
Wie ist das bei uns? Welche Feinde machen uns zu schaffen? Haben wir überhaupt echte Feinde? Die einen könnten nun von ganz konkreten Personen berichten, die ihre Feinde sind: Streitsüchtige Nachbarn oder Verwandte, die wegen Erbstreitigkeiten zu Todfeinden geworden sind. Oder Anfeindungen im Berufsleben, weil andere neidisch sind auf den eigenen Erfolg. Oder, oder, oder….es gibt da eine Menge an Möglichkeiten.
Andere haben vielleicht keine konkreten Personen, die sie benennen können, leiden aber unter der allgemeinen Feindseligkeit unserer Zeit. Ob in den Massenmedien oder den (a-)sozialen Medien, überall schlägt einem Hass entgegen. Die einen hassen andere Menschen, weil sie anders aussehen. Die anderen hassen andere Menschen, weil sie es wagen, eine andere Meinung zu haben und die auch noch zu äußern. Die Zahl der vergifteten Kommentare bis hin zu Volksverhetzung und Morddrohungen hat in den letzten Jahren zugenommen.
Ich möchte aber deinen Blick komplett auf andere Feinde lenken: Feinde, die nicht so offensichtlich hasserfüllt agieren, sondern Feinde, die uns das Leben schwer machen, ohne dass wir das täglich spüren. Für alle Gläubigen sind diese Feinde real. Und sie sind zahlreich. Ich meine damit nicht den Satan und seine Dämonen. Ja, die sind den Gläubigen auch feindlich gesinnt, aber ihre Macht ist begrenzt. Denn Christus ist mächtiger als alle Mächte der Finsternis und alles, was die Gläubigen aus dieser Richtung trifft, die ja immerhin die Kinder Gottes sind, muss zuerst an seiner gnädigen Hand vorbei.
Viel schlimmer sind da die Feinde, die wir selbst heranzüchten und pflegen. Unsere eigenen Wünsche und Begierden und unsere Sünden. Das sind die Feinde, die uns täglich wegtreiben wollen von Gott, dem HERRN. Dazu gehören aber auch die Werke des Fleisches. Die sind in Galater 5,19-21 beschrieben. Jesus beschreibt diese Feinde Markus 7,20-23 sehr deutlich und macht klar, dass wir uns um diese inneren Feinde sehr viel mehr Gedanken machen sollten als um die äußeren Feinde. Er nennt dort böse Gedanken, Ehebruch, Unzucht und Mord, Diebstahl, Geiz, Bosheit und Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut und Unvernunft. Wer so tut, als würde es das in seinem Leben nicht geben, der kennt sich nur noch nicht gut genug.
Das sind aber die Feinde, die wir unbedingt bekämpfen sollten.
Es gibt sehr oft in den Psalmen Verse, die von Feinden sprechen. An vielen Stellen können wir hier einfach unsere inneren, eigenen Feinde einsetzen. Damit können wir diese Psalmen plötzlich ohne Probleme auf uns selbst anwenden und für heute einen Nutzen daraus ziehen.

Vom Umgang mit den Feinden

Wie sollen wir mit unseren Feinden umgehen? Es reicht ja nicht, sie klar zu identifizieren und festzustellen, wer die Feinde sind. Wir brauchen ja auch eine klare Strategie, um mit den Feinden richtig umzugehen und das richtige zu tun. Es gibt je nach Art der Feinde unterschiedliche Strategien und eine, die für alle gleich ist.

Menschliche Feinde
Bei menschlichen Feinden gelten für alle Gläubigen ganz klar die Regeln des Neuen Testamentes: Matthäus 5,44.

Satan und seine Mächte
Auch hier ist das Neue Testament sehr klar und eindeutig: Jakobus 4,7. Dabei muss man nur beachten, dass beide Teile dieses Verses zusammengehören. Es reicht nicht, dem Teufel zu widerstehen, wenn wir uns nicht vorher Gott unterordnen.

Innere Feinde
Mit den inneren Feinden meine ich die oben genannten bösen Gedanken, die Werke des Fleisches und die Begierden. Also alle sündigen Taten, Worte und Werke, die gegen Gottes Willen sind.
Zu den Werken des Fleisches aus Galater 5 gehören die Anweisungen, die dort stehen: Galater 5,16-26. Kurz zusammengefasst: Im Geist wandeln und das Fleisch kreuzigen. Und auch die Liste der bösen Gedanken und Pläne aus Markus 7,20-23 lässt sich genau damit bekämpfen. Jeder sündige Gedanke, der kommt, sollte sofort bekämpft werden. Paulus spricht in 2.Korinther 10,5 von „gefangennehmen“.

Die beste Waffe gegen alle Feinde

Es gibt neben diesen unterschiedlichen Strategien für unterschiedliche Feinde aber auch eine wichtige Grundhaltung, die für Gläubige immer wichtig ist.
Viele denken nun an die sogenannte geistliche Waffenrüstung aus Epheser 6. Ja, die ist wichtig, aber die meine ich nicht, sondern ich meine ein Grundhaltung des Gläubigen. Wir finden diese Grundhaltung gleich am Anfang vom Psalm 3,2 und man liest schnell darüber und wird abgelenkt von den zahlreichen Feinden.

Ach, HERR, wie zahlreich sind meine Feinde!“ (Psalm 3,2a Schlachter 2000)

David klagt nicht über die Anzahl der Feinde, sondern er bringt seine Klage an die richtige Adresse, indem er ausruft „Ach, HERR“. Es ist sehr wichtig, dass wir begreifen, dass alle Strategien und Waffen des geistlichen Kampfes gegen die Feinde völlig wirkungslos und zum Scheitern verurteilt sind, wenn wir nicht auf den schauen, der für uns am Kreuz gestorben ist.
Wir können nicht den Sieg davontragen, wenn wir nicht auf den Sieger schauen. Wir gehen unter wie Petrus auf dem Wasser, wenn wir anfangen, auf die Probleme oder auf die Feinde oder auf uns selbst oder auf die Strategie zu schauen, statt auf den HERRN Jesus Christus. Das muss der zentrale Gedanke sein, wann immer wir uns bedrängt und angefochten fühlen.

Zum Weiterlesen: Hebräer 12,1-3