Jesus im Mittelpunkt behalten – trotz Corona
10. November 2020

Das Wesen des Evangeliums

Dies ist die Niederschrift einer Predigt, in der es um die Darstellung des Evangeliums in Römer 1-8 geht. Am Schluss wird die Frage aufgeworfen und mit Römer 8 beantwortet, ob denn ein Christ wieder verloren gehen kann.
Alle Bibelstellen sind zitert nach der Übersetzung Schlachter 2000 (CLV / Genfer Bibelgesellschaft)


Wir schauen uns heute die Gute Nachricht mal im Überblick an. Wir werden dazu durch die Kapitel 1-8 des Römerbriefes gehen und ich bin mir sicher, dass heute für jeden etwas dabei ist, was entweder neu ist oder was Du wieder vergessen hattest. Das Ziel dieser Predigt ist es, dich zum Staunen zu bringen über Gottes große Gnade.

Das Evangelium – Christus, Kraft und Gottes Gerechtigkeit

Römer 1,1-4

1 Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, 2 das er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten 3 [nämlich das Evangelium] von seinem Sohn, der hervorgegangen ist aus dem Samen Davids nach dem Fleisch 4 und erwiesen ist als Sohn Gottes in Kraft nach dem Geist der Heiligkeit durch die Auferstehung von den Toten, Jesus Christus, unseren Herrn.

Wir erfahren hier in wenigen Worten schon viel über das Evangelium.

Das Evangelium basiert also nicht auf einer Idee des Paulus, sondern es war schon vor Paulus verheißen und es ist gegründet auf Jesus Christus. Dieser ist Gottes Sohn und dafür gibt es einen Beweis: Die Auferstehung. Diese Auferstehung ist keine Gedankenspielerei, sondern sie zeigt „in Kraft“ (Vers 4), dass Christus der Sohn Gottes ist.
Worum geht es im Evangelium?
Manche glauben, es geht im Evangelium um unsere Errettung. Oder es würde in irgendeiner Form um den Menschen gehen. Wir müssen aber gleich zu Beginn festhalten: Es ist ~nicht~ das Evangelium von unserer Errettung, sondern das Evangelium Gottes, das Evangelium von seinem Sohn. Es dreht sich nicht um den Menschen, sondern alles vollständig um Jesus Christus. Wir werden das Evangelium nicht in seiner Tiefe verstehen können, wenn wir glauben, dass es sich um uns dreht.
Dieser Christus ist als Sohn Gottes erwiesen in Kraft und von dieser Kraft lesen wir später:

Römer 1,16-17

16 Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen; 17 denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.

Wieder taucht hier die Kraft Gottes auf. Dieses Mal ist auch von unserer Errettung die Rede. Aber wieder heisst es hier „Das Evangelium von Christus“. Es ist nicht das Evangelium vom Wohlergehen des Menschen. Die Kraft Gottes zur Errettung geht aus diesem Evangelium hervor und wer daran glaubt, wird gerettet, aber der Mensch steht nicht im Mittelpunkt, sondern Christus.
Wir müssen an dieser Stelle festhalten, dass die Errettung also nicht vom Menschen kommt oder durch den Menschen gemacht wird. Die Errettung kommt nur durch die Kraft Gottes, das Evangelium des Christus.

In Vers 17 geht es dann wieder nicht zuerst um die Errettung des Menschen, sondern es geht um die Gerechtigkeit Gottes. Diese Gerechtigkeit ist offenbart worden, also aufgedeckt, enthüllt. Sie wurde im Evangelium sichtbar gemacht. Diese Gerechtigkeit Gottes ist die Grundlage für das, was dann am Schluss von Vers 17 steht: „Der Gerechte wird aus Glauben leben“. Das ist ein Zitat aus Habakuk 2,4. Wer ist denn gerecht? Das wäre ja schon wichtig, das zu verstehen, denn wie sollen wir leben, wenn wir nicht wissen, wann wir gerecht sind? Also wer ist gerecht und darf deswegen leben?
Die Frage ist falsch gestellt, denn das klingt so, als wäre zuerst die Gerechtigkeit da und dann würden wir deswegen leben dürfen. Diese Reihenfolge ist so nicht ganz richtig. Denn es geht hier nicht um menschliche Gerechtigkeit. Du kannst noch so gerecht sein und wirst doch kein Leben schaffen können. Der entscheidende Punkt hier ist der Glaube und wir werden das auch später noch sehen: Durch den Glauben bekommen wir Gerechtigkeit und dann werden wir leben. Aber wir bekommen keine menschliche Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit Gottes, denn nur davon ist hier die Rede!

Menschliche Ungerechtigkeit und das gerechte Gericht Gottes

Römer 1,18

18 Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten

In Vers 16 und 17 ging es um die Gerechtigkeit Gottes. Hier ist nun die Rede vom Gegenteil: Der Ungerechtigkeit der Menschen. Das ist sozusagen das Kerngeschäft der Menschen: Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit. Der Zorn Gottes und das Urteil Gottes sind die logische Folge unserer Gottlosigkeit und unserer Ungerechtigkeit.
Was tut nun Gott?

Römer 2,4

4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet?

Auf unserer Seite ist Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit und wir haben den Zorn Gottes und das Gericht Gottes verdient.
Aber Gott ist so reich an Güte, Geduld und Langmut, dass er uns aus lauter Güte noch zur Buße leitet. Er gibt uns die Chance zur Umkehr.
Was passiert nun, wenn wir nicht Buße tun?

Römer 2,5-8

5 Aber aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, 6 der jedem vergelten wird nach seinen Werken: 7 denen nämlich, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben; 8 denen aber, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn!

Wenn wir also nun seine Güte, Geduld und Langmut verachten und nicht Buße tun, dann häufen wir dadurch noch mehr Zorn auf uns. Dieser gerechte Zorn Gottes wird sich dann spätestens am Tage des Gerichts entladen. Wir stehen vor Gott und dann erfahren wir, wieviel Zorn wir auf uns geladen haben. Wir sehen dann, wie hoch unser Schuldenberg ist.

Soweit ist uns das hoffentlich allen klar. Das ist erschreckend und es macht Angst. Aber das ist eine gute Angst, wenn uns das in die Arme des gütigen Gottes treibt.
Nun ist hier aber eine Schwierigkeit im Text. Eine Sache, die man mißverstehen könnte. In Vers 6 steht, dass Gott jedem nach seinen Werken vergelten wird. Und dann in Vers 7 „denen, die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben, ewiges Leben„. Das ist die eine Gruppe. Die andere hat Vers 8 „denen aber, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn„.

Also müssen wir nur das Richtige tun, dann werden wir gerettet, oder?
So klingt das ja erst einmal. Strengen wir uns an, dann kann uns nichts passieren. Am besten nehmen wir das Gesetz Gottes und halten uns daran. Kann das die Lösung sein?

Römer 2,12

alle nämlich, die ohne Gesetz gesündigt haben, werden auch ohne Gesetz verlorengehen; und alle, die unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durch das Gesetz verurteilt werden

Auch hier ist eine Einteilung in 2 Gruppen. Es gibt Menschen mit Gesetz und solche ohne Gesetz. Die ohne Gesetz, die gehen verloren. Die mit Gesetz, die gehen nicht nur verloren, sondern die werden verurteilt.
Also sagen uns die Verse 6-8, dass eine Errettung möglich ist, wenn man gute Werke tut, aber Vers 12 sagt uns: Es gibt keine Gruppe, die errettet wird. Die einen gehen verloren und die anderen werden verurteilt. Also kann man nun gerettet werden durch gute Werke oder nicht? Ist das hier ein Widerspruch in der Bibel? Nein und die Auflösung sehen wir in
Römer 3,10-12

10 wie geschrieben steht: »Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; 11 es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. 12 Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! (=Psalm 14,3)

Wir müssen den Römerbrief als Einheit sehen. Wir müssen also das zweiten Kapitel zusammen mit dem dritten Kapitel lesen, sonst kommen wir auf eine falsche Fährte.
In Römer 2,7-8 finden wir eine rein theoretische Überlegung – ein Gedankenexperiment. Das lautet „die mit Ausdauer im Wirken des Guten Herrlichkeit, Ehre und Unvergänglichkeit erstreben“, die bekommen ewiges Leben.
Aber Römer 3,10-12 sagt uns, dass es so jemand noch nie gegeben hat. Noch nie war ein Mensch da, der wegen seiner guten Werke wegen gerettet wurde.

Römer 3,10-12 sagt uns, dass alle Menschen so sind, wie es zu Römer 2,8 passt „selbstsüchtig, der Wahrheit ungehorsam, gehorchen der Ungerechtigkeit„.

Das ist ein Eckpfeiler des heiligen Evangeliums, den Du begreifen musst. Es gibt keinen gerechten Menschen. Er gibt niemand, der gerettet werden kann, weil er gute Werke getan hat.

„Ja, aber das Gesetz! Die 10 Gebote!“ sagst Du nun vielleicht. „Die können dich nicht retten!“ sagt uns Römer 3,20

20_weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Die Werke des Gesetzes können uns nicht rechtfertigen.
Rechtfertigung ist nun ein neuer Begriff, der hier eingeführt wird. „Rechtfertigung“ – was bedeutet das? Ein Ungerechter wird gerecht gemacht und ist dann ein Gerechter. Aber das geht nicht durch das Gesetz. Das Gesetz kann niemand rechtfertigen, weil es nur dazu da ist, Sünde zu zeigen.
Was macht der Tacho im Auto? Beschleunigt er das Auto über 300 km/h oder zeigt er die Geschwindigkeit an? Genau so ist das gute Gesetz Gottes. Es ist heilig, gut und gerecht – aber es kann niemand gerecht machen, sondern zeigt den Sündern nur, dass sie vollkommen verdorben und untauglich sind und wir finden IM Gesetz keine Rettung, keine Rechtfertigung.

IM Gesetz oder AUSSERHALB des Gesetzes?

Wir finden IM Gesetz keine Erlösung. IM Gesetz ist kein Heil, IM Gesetz ist keine Rechtfertigung. Wenn es nicht im Gesetz ist, dann bräuchten wir das alles AUSSERHALB des Gesetzes. Wir bräuchten eine Gerechtigkeit, die komplett AUSSERHALB des Gesetzes steht, weil wir IM Gesetz keine Gerechtigkeit erlangen können, obwohl das Gesetz selbst gerecht ist.

Römer 3,21

21 Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird,

Da haben wir die Lösung. Nicht nur irgendeine Gerechtigkeit, sondern die Gerechtigkeit Gottes. Und die ist nicht IM Gesetz, sondern AUSSERHALB des Gesetzes offenbart worden. Und ohne jeden Zweifel ist die Gerechtigkeit Gottes ausreichend, denn sie ist völlig heilig, völlig gerecht, völlig gut.
Der Satz beginnt mit „Jetzt aber“. Jetzt aber ist die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden. Es gibt also einen bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte, wo das passiert ist und vorher war das zwar durch das Gesetz und die Propheten bezeugt, aber noch nicht offenbart.

Römer 3,22a

22 nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben.

Das ist der Zeitpunkt: Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn und ab diesem Zeitpunkt gab es den Glauben an Jesus Christus. Es geht immer noch um die Gerechtigkeit Gottes: Vollkommen heilig, vollkommen gerecht, vollkommen gut. Aber durch den Glauben an Jesus Christus kommt diese Gerechtigkeit Gottes zu den Menschen. Sie kommt zu allen und auf alle die glauben. Nicht irgendwas glauben, sondern durch Glauben an Jesus Christus.

Wieder eine Zwischenfrage: Zu wem kommt die Gerechtigkeit Gottes? Einigen wenigen Gerechten? Nur zu den Juden? Nur zu den Heiden? Nein, hier steht eindeutig „ALLE“ – ALLE, die glauben an Jesus Christus, die bekommen die Gerechtigkeit Gottes. Es gibt keinen Unterschied zwischen den Menschen. Weder in der Sünde, dem Gericht und der Verdammnis, noch in der Errettung.

Römer 3,22b-23

Denn es ist kein Unterschied; 23 denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten,

Damit es auch der letzte versteht, wiederholt Paulus noch einmal, dass alle verdorben, alle sündig, alle unter dem Zorn, alle verloren sind. Und jetzt kommt das herrliche Evangelium, die wunderbare Botschaft:

Römer 3,24-26

24 so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. 25 Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, [das wirksam wird] durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, 26 als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.

Also ist es so: ALLE sind komplett und rettungslos verdorben und verloren. Durch seine Gnade können wir OHNE Verdienst gerechtfertigt werden. Dazu brauchen wir Glauben an Jesus und zwar Glauben an sein Blut.

Durch welche Werke können wir gerettet werden? Durch welchen Verdienst können wir gerechtfertigt werden? Können wir durch das Halten der Gebote gerechtfertigt werden?
Römer 3,28

28 So kommen wir nun zu dem Schluß, daß der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.

Die Auswirkungen der Rechtfertigung durch Gnade

Wir schauen uns nun kurz an, welche Dinge passieren durch seine Gnade.

Da ist zuerst der Friede mit Gott zu nennen. Römer 5,1:

1 Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus

Wir haben aber auch die Liebe Gottes bekommen und den Heiligen Geist.
Römer 5,5

5_die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Wir sind vor dem Zorn errettet.
Römer 5,9

9 Wieviel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden!

Dann kommt noch eine besondere Stelle, wo uns etwas über unser neues Leben gesagt wird.
Römer 6,3-4

3 Oder wißt ihr nicht, daß wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? 4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln.

Die Taufe ist das Zeichen für Begräbnis und Auferstehung. Die Taufe ist ein Bildnis und kann nicht retten, aber sie zeigt uns, dass sein Tod und sein Leben für uns das Entscheidende sind. Nicht mein Tod und mein Leben sind das Entscheidende, sondern sein Tod und sein Leben.
Das hat gewaltige Auswirkungen.

Römer 6,5-7

5 Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein; 6 wir wissen ja dieses, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so daß wir der Sünde nicht mehr dienen; 7 denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen.

Zwei große Dinge stehen hier:

  1. Wir sind „einsgemacht und ihm gleich geworden im TOD und in der Auferstehung!“ So wie Christus gestorben ist, bist Du auch gestorben, wenn Du Glauben hast und wiedergeboren bist. So wie Christus auferstanden ist, wirst auch Du auferstehen, wenn Du Glauben hast und wiedergeboren bist. vorher Tod, jetzt Leben.
  2. Der Leib der Sünde ist außer Wirksamkeit gesetzt und wir sind von der Sünde freigesprochen. Wir müssen ihr nicht mehr dienen.

Nun haben wir viele, viele Stellen von Römer 1 bis Römer 6 betrachtet und haben das Wesen des Evangeliums kennengelernt.

  1. Alle Menschen sind komplett und durch und durch verdorben und verloren. Sie stehen unter dem Zorn Gottes und werden eines Tages gerichtet.
  2. Es gibt keine Möglichkeit, sich durch das Halten des Gesetzes zu retten, denn das kann das Gesetz nicht tun. Das Gesetz kann uns nur die Sünde zeigen und es zeigt uns allen, dass wir alle Sünder sind.
  3. Alle Menschen sind ungerecht und brauchen Rechtfertigung, um gerecht zu werden. Das kann nicht durch die Gerechtigkeit des Menschen passieren, sondern nur durch die Gerechtigkeit Gottes.
  4. Diese Gerechtigkeit Gottes ist offenbar geworden im Evangelium. Die Gerechtigkeit Gottes kommt zu allen und auf alle, die an Jesus Christus und an sein Blut glauben.
  5. Die Gerechtigkeit Gottes gibt es einzig und allein NUR durch Glauben und nicht durch Werke. Es gibt keine Möglichkeit, auch nur ein bisschen dazu zu tun. Es ist alleine Gottes Gerechtigkeit, die dich retten kann. Wenn Du versuchst, etwas dazu zu tun, ist es nicht mehr Gottes Gerechtigkeit.
  6. Wer die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben hat, der hat Frieden mit Gott und die Liebe Gottes ist ausgegossen in das Herz durch den Heiligen Geist.
  7. Wer die Gerechtigkeit Gottes hat, der ist mit hineingenommen in den Tod Christi und mit hineingenommen in das Leben Christi, das in der Auferstehung sichtbar wird. Wer die Gerechtigkeit Gottes hat, der ist nicht mehr im Tod, sondern hat das ewige Leben.

Wenn wir das nun alles gelesen haben, dann kommen wir zu einer ganz wichtigen Frage, die viele Christen immer wieder beschäftigt und ihnen keine Ruhe lässt. Kann ein Christ wieder verloren gehen?

Kann ein Christ wieder verloren gehen?
Die Antwort lautet ja und nein. Aber nur weil die Frage falsch gestellt ist.
Jemand, der sich Christ nennt, der kann verloren gehen. Jemand, der Mitglied einer christlichen Gemeinde ist, kann verloren gehen. Wir sollten uns da nichts vormachen: Es wird wahrscheinlich auch unter uns solche geben, die nicht wirklich wiedergeboren sind. Die seit Jahren oder Jahrzehnten die Veranstaltungen besuchen, aber doch nicht bekehrt sind. Für diese Leute ist die Frage falsch gestellt, denn diese waren ja nie gerettet, können also auch nicht wieder verloren gehen.

Aber jemand, der durch den Glauben an das Blut Jesu Christi die Gerechtigkeit Gottes bekommen hat, kann nie und nimmer verloren gehen.
Denn nur die Ungerechtigkeit der Menschen steht unter dem Zorn und wird gerichtet und dann verdammt werden. Wer die Gerechtigkeit Gottes hat, der kann nicht wieder verlorengehen. Jemand, der Frieden mit Gott hat und in dessen Herz die Liebe Gottes ausgegossen ist, durch den Heiligen Geist, der kann nie und nimmer verloren gehen.
Wer durch Gottes Werk, durch Gottes Gerechtigkeit, durch Christi Blut gerechtfertigt und gerettet wurde, der kann doch nicht wieder verloren gehen.
Wie sollte das gehen? Reicht vielleicht Gottes Gerechtigkeit nicht aus? Reicht vielleicht das Blut Christi nicht aus?

Oder hängst Du immer noch dem Irrglauben an, dass DU durch irgendein Werk etwas zu deiner Erlösung beitragen kannst oder beigetragen hast? Hast DU irgendetwas getan, weswegen Gott dich retten müsste?

Falls Du jetzt an die Buße denkst, die ein Mensch tun kann: Die Buße rettet nicht. Ja, ich weiß, dass euch nun einige Bibelstellen einfallen, wo es heißt „die Buße zum Heil“ oder „die Buße zur Vergebung der Sünden“ oder „Buße zum Leben“ und das ist auch richtig. Die Buße ist ja die Tür, durch die wir gehen müssen und hinter dieser Tür ist die Rettung. Aber die Buße ist es eigentlich nicht, die rettet. Die Buße ist das, was Du tun kannst und kann deswegen nicht retten.
Am Ende von Markus 6 wird uns von Kranken berichtet, die nur den Saum seines Gewandes anrühren wollten und alle wurden gesund, die das gemacht haben. War es der Saum des Gewandes, der die Kranken geheilt hat oder war es das Anrühren des Saumes? Nein.
In Markus 5 steht, wie das funktioniert und worauf es wirklich ankommt. Da hat eine Frau 12 Jahre lang Blutfluß und kein Arzt konnt ihr helfen. In der Menschenmenge drängt sie sich Richtung Jesus und berührt sein Gewand und wird sofort geheilt.

Markus 5,34

34 Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet! Geh hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund!

Sie drängt sich durch die Menge und versucht Jesus Gewand zu berühren. Aber es ist nicht diese Handlung und auch nicht das Gewand, die erretten, sondern der Glaube. Wenn Du Buße tust und umkehrst von deinen bösen Wegen, dann rettet dich das nicht. Aber Du bekommst die Rettung dann geschenkt. Gott hat die Buße fest mit der Vergebung der Sünden verbunden und deswegen wirst Du gerettet, wenn Du Buße tust. Aber nicht wegen deiner Tat der Buße, die rettet nicht, sondern wegen dem, was Christus am Kreuz getan hat. Nur diese eine Tat kann dich retten.
Tu Buße. Tu es sofort und tu es ganz. Er schenkt Dir den rettenden Glauben an Jesus Christus und an sein Blut und dadurch wirst Du gerettet. Tu Buße und er vergibt Dir deine Sünden und gibt Dir seine Gerechtigkeit. Wenn Du Buße tust, bekommst Du Glauben geschenkt und Gottes Gerechtigkeit geschenkt. Aber es liegt nicht an der Buße, sondern an dem Werk Christi am Kreuz von Golgatha. Nur dieses Werk kann dich retten. (Übrigens ist es laut Römer 2,4 der Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, der dich zur Buße leitet – also ist Gott auch daran beteiligt).

Ich sage es noch einmal klar, um hier nicht mißverstanden zu werden. Die Bibel lehrt und klar und eindeutig, dass jeder gerettet wird, der Buße tut, der umkehrt von seinen sündigen Wegen. Aber es ist das Blut Jesu Christi, das dich reinigt von deinen Sünden und nicht deine Buße.

Also ist die Errettung vollständig, komplett und ganz und gar Gottes Werk. Wenn die Errettung vollständig, komplett und ganz und gar das Werk Gottes ist, ist es dann möglich, dass Du nach der Errettung durch Gottes Werk doch noch verdammt wirst? Die Antwort muss NEIN sein.

IN IHM

Erinnerst Du dich noch, als wir in Römer 3 gelesen haben, dass die Gerechtigkeit Gottes AUSSERHALB des Gesetzes offenbar geworden ist? Neben diesem AUSSERHALB gibt es aber auch ein INNERHALB. Das hilft uns dabei, unsere Stellung zu verstehen und jetzt kommen wir zu einem ganz entscheidenden Punkt. Jetzt geht es ums Ganze. Wer bist du als Erlöster?

Ich wiederhole noch einmal Römer 6,3 und betone anders

3 Oder wißt ihr nicht, daß wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind?

In Christus hinein – das ist der Schlüssel, um alles zu verstehen. Den Römerbrief, den Epheserbrief, Galater, Korinther usw.
78x kommt das im Neuen Testament vor. Weitere 38x „in ihm“, an Stellen, wo es auch um Christus geht. Also 116 mal heißt es „IN CHRISTUS“.
Worum geht es beim christlichen Glauben? Es geht nicht um Religion, sondern nur um diese eine Frage: Wo bist du?
Bist du im Fleisch, bist du in der Sünde, bist du in der Finsternis, bist du unter dem Zorn Gottes, oder bist du in ihm – in Christus?
Vorsicht: Es geht in Römer 6,3 NICHT um die Wassertaufe, sondern um das IN-CHRISTUS-SEIN. Du kannst mit der Wassertaufe getauft sein und doch in der ewigen Verdammnis landen, wenn Du nicht in Christus bist.
Jetzt lesen wir im Römerbrief weiter, was das Wort Gottes über die sagt, die „in Christus“ sind.

Römer 8,1-2

1 So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. 2 Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

In Christus gibt es keine Verdammnis. In Christus sind wir freigemacht von Sünde und Tod. Paulus bleibt dabei aber nicht stehen, sondern erklärt uns, dass nicht nur wir in Christus, sondern auch Christus in uns lebt.

Römer 8,9-11

9 Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt; wer aber den Geist des Christus nicht hat, der ist nicht sein. 10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. 11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

Bis Du von Gott gerechtfertigt worden? Dann gilt: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist (Römer 5,5). Hier steht nun, dass Gottes Geist (der ja der Heilige Geist ist) der Geist Christi ist und wer den Geist Christi in sich hat, der hat Christus selbst in sich.
Christus in uns! In Vers 11 haben wir wieder die Verknüpfung, die wir schon kennen. Jesus ist aus den Toten auferweckt, also haben auch wir Leben. Weil wir in Christus sind und Christus in uns.

Das große Aber

Eigentlich sind alle diese Stellen schon so klar und eindeutig, dass es ja keinen Zweifel mehr geben kann.“ABER“ sagen viele Leute „ABER was ist, wenn jemand, der gerettet ist, sündigt? ABER was ist, wenn jemand vom Glauben abfällt?“

Ja, was ist dann? Das ist ein gute Frage. Denn wenn jemand sündigt, dann könnte man so jemand doch zu Recht anklagen. Denn wenn jemand sündigt, so könnte man denjenigen doch zu Recht verurteilen. Wenn jemand sündigt, dann wird er von der Liebe des Christus abgetrennt, das kling doch logisch, oder? Der Gedankengang geht so: „Jemand sündigt, dann wird er von der Liebe des Christus abgetrennt, angeklagt und verurteilt und dann landet er in der ewigen Verdammnis.“

Gibt es darauf eine Antwort? Um darauf sauber antworten zu können, musst Du dir nur eine Frage stellen: Bist du in Christus Jesus? Ja oder Nein? Bist Du in Christus Jesus und ist er in dir? Wenn ja, dann gibt uns der Römerbrief auf diese Frage eine unmissverständliche, glasklare Antwort:

Römer 8,31-34

31 Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? 32 Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? 33 Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Gott [ist es doch], der rechtfertigt! 34 Wer will verurteilen? Christus [ist es doch], der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!

Vers 31 sagt uns: „Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?“.
Wenn Gott dich gerechtfertigt hat durch das Blut seines Sohnes, dann ist er für dich. Wenn Du in ihm bist und er in dir wohnt durch seinen Heiligen Geist, dann ist er für dich. Das ist die Grundlage aller weiterer Überlegungen. Diese Frage muss geklärt sein, dann sind alle anderen Fragen beantwortet.

In Vers 33 stellt Paulus eine rhetorische Frage, eine Frage, auf die es keine Antwort geben kann Wer will Anklage erheben gegen jemand, der mit Gottes Gerechtigkeit gerechtfertigt ist? So jemand gibt es nicht, weil niemand mächtig genug ist, es mit Gottes Gerechtigkeit aufzunehmen!
Vers 34 sagt uns, dass es auch niemand geben kann, der verurteilen kann. Das könnte sowieso nur Gott selbst, aber wir sind ja freigesprochen worden von ihm, also wird er es nicht tun. Es steht hier auch: Jesus tritt vor dem Thron Gottes für uns ein – also wer will uns da ernsthaft anklagen oder verurteilen? Satan versucht es. Immer wieder. Er versucht immer wieder, Anklage zu erheben (Offenbarung 12,10), deswegen wird er auch der Verkläger der Brüder genannt. Aber das Recht zu Anklage und Verurteilung steht nur Gott zu. Und wenn Satan versucht, Anklage gegen einen Gläubigen zu erheben, sagt Christus immer „wie, du willst MCH anklagen? Der gehört doch zu mir, er ist IN MIR, also kannst Du ihn nicht anklagen.“

Es gibt also keine Möglichkeit, verurteilt zu werden, wenn man von Gott gerecht gemacht wurde. Es gibt keine Möglichkeit, angeklagt, verurteilt und verdammt zu werden, wenn man IN Christus ist.

Aber Paulus hat ja geahnt, wie viel Angst wir manchmal haben, deswegen hört er damit noch nicht auf, sondern er schreibt noch etwas, um diesen Gedankengang komplett und für alle Zeiten abzuschließen, so dass kein Widerspruch mehr möglich ist.
Römer 8,38-39

38 Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Wieder steht hier „IN CHRISTUS JESUS„. Dort in ihm ist vollkommene Gerechtigkeit, Heiligkeit und vor allem vollkommene Liebe. Wer könnte uns davon scheiden? Oder mit anderen Worten: Wer könnte uns herausziehen aus Christus, wenn wir in Christus sind?
Hier im Wort Gottes wird alles ausgeschlossen. Es kann nicht sein, dass es irgendetwas gibt.
Manche sagen „JA, aber meine eigene Sünde….“ und ich habe da schon erbitterte Diskussionen über diesen Punkt geführt. Hier steht doch ganz klar „weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges.“.
Manche Leute wollen unbedingt daran glauben, dass sie in die Hölle fahren können. Warum? Welche Sünde willst Du tun, die nicht in der Gegenwart oder in der Zukunft stattfindet? Aber Du bist in der Zeit und Du kannst nur in Gegenwart und Zukunft handeln. Nichts, was in Gegenwart und Zukunft ist, kann dich scheiden von der Liebe Gottes in Christus.

Ich fasse zusammen:

  • Jeder Mensch ist rettungslos verdorben und verloren
  • Wer Buße tut, der bekommt den rettenden Glauben an Christus und sein Blut und die Vergebung der Sünden geschenkt. Der wird IN IHM versiegelt mit dem Heiligen Geist und ist dann in ihm und Christus durch den Geist Christi im Gläubigen.
  • Die Errettung ist allein das Werk Gottes und enthält nichts vom Werk des Menschen
  • Niemand kann Anklage erheben und niemand kann verurteilen.
  • Nichts und niemand, weder in Gegenwart noch in Zukunft kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Einer, der sich Christ nennt, kann verloren gehen. Einer, der mit Wasser getauft wurde, kann verloren gehen. Einer, der zur Gemeinde gehört, kann verloren gehen. Aber wer von Gott gerechtfertigt ist, der ist in Christus und kann nicht verdammt werden.

Diese Stellen im Römerbrief sind klar und eindeutig. Man kann das nicht mißverstehen und man kann das auch nicht anders deuten. Das ist das Evangelium von Christus, das die Kraft hat, Menschen zu erretten. Bei den Galatern hat jemand versucht, menschliche Werke mit hineinzubringen und Paulus sagte „Verflucht sei jeder, der so etwas lehrt, der ein anderes Evangelium bringt„.

Das Evangelium von Jesus Christus beruht auf dem Werk Christi am Kreuz und es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Es ist Gottes Kraft und keine andere Kraft kann uns erretten und keine andere Kraft kann die Rechtfertigung durch Gottes Gerechtigkeit zunichte machen.

Bist Du in Christus Jesus? Du hast vollkommene Heilssicherheit, wenn Du Buße getan hast, deine Sünden bekannt hast, an Christus glaubst und wenn er dich wiedergeboren hat. Dein Heil ist absolut sicher, wenn Du in Christus bist. Du hast Heilssicherheit. Ob Du Heilsgewissheit hast, ist ein anderes Thema. Du solltest sie haben, denn das Wort Gottes gibt dir Heilsgewissheit. Wenn Du dem Wort Gottes nicht glauben willst, sondern lieber weiter in Angst lebst, dass Du vielleicht doch eines Tages verdammt wirst, dann fehlt dir etwas und ich lade Dich ein, es zu bekommen: Volle Heilsgewissheit. Aber ich sage es noch mal: Selbst, wenn Du daran zweifelst, ist dein Heil trotzdem sicher, wenn du zu Christus gehörst, wenn Du in Christus bist.
Römer 8,34

34 Wer will verurteilen? Christus [ist es doch], der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt!