Was sagt die Bibel über das Gebet?

Zum Einstieg in dieses sehr umfangreiche Thema ein Wort von Jesus Christus :

Mt 6,7: "Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen."

Das Gebet ist also nicht nur für Leute geeignet, die gut reden können. Man muss sich nicht gewählt ausdrücken können und braucht kein Studium in Rhetorik. Paulus greift das später auf und schreibt an die Gemeinde in Rom:

Röm 8,26 Desgleichen auch der Geist hilft unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns aufs Beste mit unaussprechlichem Seufzen. 27 Der aber die Herzen erforscht, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt.

Gott selbst ist es also, der durch seinen Heiligen Geist in uns wirkt, damit wir beten können. Denn beten soll eben nicht nur ein Herumplappern von Worten sein, oder ein endloses Wiederholen von vorformulierten Gebeten. Gott ist kein Gebetsautomat und kein Empfänger von Zaubersprüchen: Auch das Vaterunser ist kein solcher 'Zauberspruch', der bestimmte Dinge automatisch bewirkt. Unser HERR Jesus Christus hat uns im Vaterunser gezeigt, wie wir beten sollen (und nicht, welche Worte wir verwenden sollen). Das wichtigste stellt er gleich an den Anfang : Vater unser im Himmel

Gal 4,6: "Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreit: Abba, lieber Vater!"

Als Kinder Gottes dürfen wir Gott als unseren Vater ansprechen und das ist eine große Gnade. Und genauso sollen wir auch im Gebet mit ihm sprechen: Wie ein Kind zu seinem Vater. Wenn ein (kleines) Kind zu seinem Vater spricht, dann...

...redet es nicht lange um den heißen Brei herum

...bittet es vertrauensvoll. Speziell kleine Kinder haben ja ein unbegrenztes Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Vaters. 'Mein Papa kann alles!’

...ist es offen und ehrlich. Es zeigt seine Liebe genauso wie sein Unverständnis und seine Angst. auch wir brauchen unsere negativen Gefühle nicht vor Gott zu verstecken. Wäre ja auch ziemlich sinnlos, wenn er doch alles sieht und alles weiß. Gerade auf diesem Kind sein liegt eine große Verheißung Gottes:

Mt 7,7-11
7 Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden. 8 Denn jeder Bittende empfängt, und der Suchende findet, und dem Anklopfenden wird aufgetan werden. 9 Oder welcher Mensch ist unter euch, der, wenn sein Sohn ihn um ein Brot bittet, ihm einen Stein geben wird? 10 Und wenn er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange geben? 11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!