Kennen Sie das?
Die Probleme türmen sich zu riesigen Gebirgen auf. Eigentlich ist man müde, kaputt und zerschlagen und hat schon so viel hinter sich. Und dann geht auch noch etwas schief. Und dann wird man auch noch komisch angeredet. Irgendwie gelingt nichts so richtig und man will einfach nur den ganzen Kram hinwerfen.
 
Ich kenne das. Zu gut. Doch wie kann man als Christ gut mit so einer Situation umgehen? 
Wie kann man richtig mit den Schwierigkeiten umgehen und sich so verhalten, dass es Sinn macht?
 
Oft helfen uns Beispiele aus der Bibel weiter. Menschen, die das gleiche erlebt haben und die doch irgendwie durchgekommen sind. Die Bibel beschönigt nichts. Wir finden da nirgendwo Plattitüden nach dem Motto "Du musst nur genug glauben, dann wird Jesus dir alle deine Probleme aus dem Weg räumen". Leider wird so ein Unsinn oft genug erzählt und es gibt immer wieder Brüder und Schwestern, die auf solche Lügner hereinfallen. Und in der Bibel findet man auch keine "Superhelden", denen immer alles gelingt und die von Sieg zu Sieg wandeln.  Statt dessen immer Leute, denen etwas nicht gelingt. Menschen, die versagen - und schuldig werden. Menschen, die verzagen - angesichts der Probleme.  
Natürlich gibt es auch im Leben eines Gläubigen Probleme. Und natürlich mutet uns Gott manchmal Aufgaben zu, die wir eigentlich nicht bewältigen können. Wie muss sich zum Beispiel ein Mensch namens Josua gefühlt haben? 
Mose, der große Mose, der einzigartige Mose, der war von Gott persönlich auserwählt. Wie aber muss sich ein Josua gefühlt haben, der diese unglaublich große Aufgabe als Nachfolger von Mose bekommen hat: Er sollte Gottes Volk anführen. Dieses widerspenstige, mürrische Volk, das immer wieder ungehorsam und aufrührerisch war, sollte Josua in das von Gott verheißene Land führen. Dummerweise war das Land aber nicht leer und es war kaum damit zu rechnen, dass die Einwohner kampflos das Feld räumen.
 
Was also tun? Wie kann man in so einer Situation seinen Glauben bewahren und das richtige tun? Wie kann man nicht verzweifeln, wenn so große Probleme und schier unlösbare Aufgaben vor einem liegen?
 

" Sei stark und mutig" (Josua 1 in den Versen 6+7+9).

 
Nun klingt das natürlich erst einmal wie eine dieser "frommen" Durchhalteparolen. Du musst nur genug glauben. Du musst nur genug beten. Du musst nur genug vertrauen. Das ist eigentlich das letzte, was man in so einer Situation hören will. Was, wenn man gerade einen ganz kleinen Glauben hat und nicht richtig beten kann und das Vertrauen ist fast verschwunden? Hilft dann Gott trotzdem? Auch wenn ich dieses "genug" gerade eben nicht leisten kann?
 
"Sei stark und mutig" - wie soll man das denn machen, wenn man sich gerade so schwach und mutlos fühlt?
 
Ich kann mich gut in die Lage des Josua hineindenken: Diese riesige Aufgabe kombiniert mit den winzigen Erfolgsaussichten sind ja herrliche Voraussetzungen für ein Burn-Out-Syndrom. Und dann bekommt er noch gesagt: "Sei stark und mutig". Was hat er sich wohl gedacht und wie ist er damit umgegangen?
 
Ja, wie geht das denn nun?
 
Aber lesen wir weiter:

"Habe ich dir nicht geboten, dass du stark und mutig sein sollst? Sei unerschrocken und sei nicht verzagt; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir überall, wo du hingehst!"  (Josua 1,9 Schlachter 2000)

 
JETZT sieht das Ganze schon ganz anders aus. Jetzt kann man das aus einer völlig anderen Perspektive betrachten. Denn nun kommt es ja gar nicht so auf meine eigene Kraft an! Jetzt geht es ja gar nicht mehr darum, dass ich "genug" "Glaubensleistung" erbringe. Jetzt spielt meine Kraft bzw. meine Kraftlosigkeit keine echte Rolle mehr.
Wenn der HERR immer mitgeht und dabei ist bei unseren täglichen Kämpfen, dann kann man auch stark und mutig sein. Denn es gibt dann ja wirklich keinen echten Grund zu verzagen. Es gibt dann auch keinen Grund mehr, an seiner eigenen Schwachheit und Mutlosigkeit zu verzweifeln. Denn wenn ich unbegrenzte Kraft von Gott, dem Schöpfer und Erhalter aller Dinge bekommen kann, wofür sollte ich dann noch zu wenig Kraft haben?
Wenn der an meiner Seite ist, der alle Dinge durch seine Kraft überhaupt zusammenhält, ja, was soll dann noch passieren? Was könnte diesem Gott zu groß sein?
 
Und auch im Neuen Testament finden wir das genau so beschrieben:

"Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn
und in der Macht seiner Stärke."
(Epheser 6,10 Schlachter 2000)

 
Gott erwartet nicht von uns, dass wir stark und mutig aus uns selbst heraus sein sollen. Er will nicht, dass wir die super-geistlichen Super-Christen spielen und so tun, als hätten wir immer alles bestens im Griff. Er will, dass wir aus seiner Kraft leben.
 
Lesen Sie dazu auch 2.Korinther 12,9-10. Machen Sie sich die Mühe und schlagen Sie die Stelle in Ihrer Bibel auf. Es lohnt sich!
 
Wie nimmt man diesen Gedanken nun konkret mit in den Alltag? Wie schafft man es, immer wieder daran zu denken, wenn es schwierig wird mit der eigenen Kraft und dem eigenen schwachen Glauben?
 
Ich schlage ein Experiment vor: Machen Sie sich einen "Denkzettel", einen "Spickzettel" oder einfach eine Notiz zur Erinnerung und schreiben Sie sich die Gedanken auf, die Ihnen im Zusammenhang mit diesen Stellen wichtig geworden sind. Ich verzichte bewusst auf zu viele Vorgaben und Anregungen an dieser Stelle.
 
1. Lesen Sie die drei Stellen in Ihrer eigenen Bibel:
    Josua 1,9; 2.Korinther 12,9-10; Epheser 6,10
2. Notieren Sie sich die Gedanken, die Ihnen als erstes dazu kommen.
    Was sind die Schwierigkeiten? Wie kann Gott dabei helfen?
    Wie erfährt Gott davon, dass Sie seine Hilfe wirklich wollen?
3. Und dann versuchen Sie doch mal, jeden Tag die täglichen Probleme 
    mit diesen Gedanken zu vergleichen. Achten Sie darauf, wie Gott in Ihrem
    Leben wirkt. Ob er z.B. auf eine Art und Weise hilft, die Sie bisher nicht
    beachtet haben
 
Lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie aus der Kraft Gottes leben können.
 
Gott will Ihnen helfen!
Er lässt Sie nicht allein! Er gibt Ihnen Kraft und Mut!
 

Hebräer 13,5 "Der Wandel sei ohne Geiz; und laßt euch genügen an dem, was da ist. Denn er hat gesagt: »Ich will dich nicht verlassen noch versäumen«;"

Josua 1,5 "Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, also will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen."