Ostern? Was ist das eigentlich? Für die meisten Menschen einfach nur ein Frühlingsfest. Es geht dabei um Hasen und um Eier und um "Osterglocken". Wurde nun die Blume nach dem Fest benannt oder das Fest nach der Blume? Natürlich wurden die Osterglocken nach dem Fest Ostern benannt. Denn zu der Zeit, wo diese Blumen blühen, findet auch jährlich dieses Fest statt.

Doch was steckt hinter diesem Fest? Warum feiern Christen Ostern? Was ist das Besondere daran? Viele wissen noch, dass es um Jesus geht, der an Ostern gestorben und auferstanden ist. Doch warum?

Ich bin der Überzeugung, dass es neben Weihnachten um die wichtigsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte geht. In diesen Tagen, als Jesus am Kreuz starb und dann auferstand, wurde die komplette Geschichte umgewälzt. Nichts war danach noch so, wie vorher. Denn nun gab es eine echte Hoffnung.


Das Lamm   -   Das Opfer   -   Das Kreuz   -   Der Mensch   -   Der Sieg

Der Hintergrund des Osterfestes ist ja das Passahfest der Juden. Vom ersten großen Passah berichtet uns die Bibel in 2.Mose 12 (Exodus 12). Gott selbst hat das Passah eingesetzt und angeordnet, dass jährlich daran gedacht werden soll. Ein makelloses (fehlerfreies) Lamm (2.Mo 12,5) soll geopfert werden. Das Blut dieses Lammes soll an Türpfosten und Oberschwellen gestrichen werden. Dann vollzieht der HERR das Strafgericht an den Ägyptern. Dort wo er das Blut sieht, geht das Gericht des HERRN vorüber.

So geschah es auch viele Jahre später. Doch diesmal war es kein tierisches Lamm, das geopfert wurde. In Jesaja 53,7 war bereits angekündigt worden, dass eines Tages ein ganz besonderes Lamm kommen würde. In den Versen davor und danach sehen wir auch, dass dieses Lamm wirklich auch als Opfer für unsere Sünden sterben sollte.

Als Jesus geboren war und dann als erwachsener Mann sich der Öffentlichkeit vorstellte, da wurde er von einem heiligen Mann als „das Lamm Gottes“ bezeichnet (Johannes 1,29+36). Johannes der Täufer sagt es auch ganz deutlich, worum es dabei geht: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt!“ (Johannes 1,29).

Als die Römer diesen Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, da haben sie (aber ohne es zu wissen) das Lamm Gottes geopfert. Dieses Lamm Gottes wurde für uns geschlachtet (Offb 5,6-10). Und so wie die Israeliten sich durch das Blut des Lammes vor dem Strafgericht Gottes schützen konnten, so können wir uns auch heute durch das Blut dieses Lammes vor dem Strafgericht Gottes über unsere Sünde schützen.

Er ist für uns gestorben und hat damit Frieden gemacht – zwischen Gott und den Menschen. Jeder, der sich diesem Lamm anvertraut, muss die Strafe für seine Sünde nicht mehr selbst bezahlen.


Das Lamm   -   Das Opfer   -   Das Kreuz   -   Der Mensch   -   Der Sieg

Im 3.Buch Mose (Levitikus) wird von den Opfern berichtet. Und es wird eine Tatsache recht schnell klar: Die Sünde führt zum Tod (Hesekiel 18,20; Römer 6,23).

Bei Sünde muss man ein Opfer bringen. Im Alten Testament ist e3s ein Tier, dass stellvertretend für den Menschen sterben muss.

So soll ihn der Priester versöhnen vor dem HERRN, so wird ihm vergeben alles, was er getan hat, darum er sich verschuldet hat.“ (3.Mose 5,26)

Gott hatte zugesagt, dass er die Schuld aufgrund des stellvertretenden Opfers vergeben will. Doch im Hebräerbrief heißt es dann: „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen“ (Hebr 10,4).

Jedes Jahr wurden im Tempel in Jerusalem Tiere getötet, um für die Sünden der Menschen Sühnung zu erwirken. Doch diese Opfer konnten nicht wirklich erlösen. Gott hatte zugesagt, den Menschen ihre Sünden zu vergeben, aber die Menschen haben doch immer wieder gesündigt und die Tieropfer haben nicht ausgereicht.

Diese Opfer waren nur ein Schatten (Hebräer 8,5) dessen, was da kommen soll: Dass Jesus Christus für uns am Kreuz geopfert wird. Er hat dort sein Blut vergossen und ist als Opferlamm für uns geschlachtet worden. So wie der Priester im Alten Testament mit dem Blut des Opfers ins Heiligtum hineingegangen ist (3.Mose 16,15), so ist auch Christus als der eine Hohepriester mit seinem eigenen Blut in das himmlische Heiligtum eingegangen und hat durch sein eigenes Opfer eine ewige Erlösung erlangt (Hebr 9,11-12; 10,10-14).

Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sünden abgesondert und höher, denn der Himmel ist; dem nicht täglich not wäre, wie jenen Hohenpriestern, zuerst für eigene Sünden Opfer zu tun, darnach für des Volkes Sünden; denn das hat er getan einmal, da er sich selbst opferte.“   (Hebr 7,26-27)


Das Lamm   -   Das Opfer   -   Das Kreuz   -   Der Mensch   -   Der Sieg

Was hat es mit dem Kreuz auf sich? Was war das Besondere an diesem Kreuz?

Das Kreuz war ein grausames Hinrichtungsinstrument der Römer. An Grausamkeit kaum mehr zu überbieten. Die Menschen, die ans Kreuz geschlagen wurden, wurden buchstäblich zu Tode gefoltert. Denn die Schmerzen waren unerträglich und immer neue Schmerzwellen sind durch den Körper gejagt. Gleichzeitig war es kein schneller Tod, sondern es dauerte einige Stunden, bei manchen sogar Tage. Und die umstehenden Menschen haben sie in der ganzen Zeit auch noch ausgelacht und bespuckt.

Konnte Gott nicht eine einfachere Todesart für seinen Sohn wählen? Ein schneller schmerzloser Tod in einem dunklen Verlies hätte doch vollkommen ausgereicht!

Doch Gott wollte, dass sein Sohn vor den Augen der ganzen Welt hingerichtet wird. Jeder Mensch sollte sehen, dass hier ein völlig Unschuldiger grausam ermordet wird. Das Ganze ist so absurd, dass kein Mensch sich das ausdenken kann. In den Augen der Menschen, die sich selbst für so klug halten, ist das so absurd, dass sie es als Vorwand nehmen, nicht glauben zu müssen. Ganz zu Recht schreibt Paulus im 1.Korintherbrief „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen“. So war es damals und so ist es heute. Die Menschen lästern sogar darüber. Denn wenn Gott wirklich allmächtig sei, dann hätte er das ja nicht zu machen brauchen, sagen sie.

Aber Gottes Zorn ist ernst. Gottes Zorn über unsere Sünde ist eine toternste Sache. Er liebt uns und will uns nur das Beste. Auf der anderen Seite ist er so gerecht und heilig und sein Zorn über die Sünde so endgültig, dass er uns alle vernichten müsste (Römer 1,18; 6,23). Die Situation ist so ernst, dass er seinen einzigen Sohn für unsere Sünde bezahlen lässt. Und damit es auch wirklich jeder sieht und jeder es für alle Zeiten deutlich erkennen kann, lässt er ihn nicht einfach verlassen in einem dunklen Gefängnis sterben. Sondern er lässt es zu, dass sein einziger Sohn am Kreuz stirbt.

Und so kommt es, dass ein Paulus ausruft: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft“ (1.Kor 1,18 Schlachter 2000)


Das Lamm   -   Das Opfer   -   Das Kreuz   -   Der Mensch   -   Der Sieg

Wer war eigentlich dieser Mensch, der dort am Kreuz hing? Warum hat Gott ausgerechnet diesen Menschen ausgesucht, was hat er verbrochen, dass er sterben musste?

Nun, die letzte Frage ist schnell beantwortet: Er hat nichts, aber auch gar nichts verbrochen. Er ist völlig unschuldig hingerichtet worden. In Hebräer 4,15 steht das sehr deutlich:

Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde.“ (Hebräer 4,15 Schlachter 2000)

Aber wie kann das sein, wie ist das möglich? Wie kann das sein, dass da ein Mensch ohne Sünde war? Denn Jesus war ein Mensch! Dabei  ist doch jeder Mensch ein Sünder – durch und durch. Jeder ist verdorben, keiner ist gut. Das steht in Psalm 14,3, das steht in Psalm 53,4 und das wird auch in Römer 3,12 noch einmal gesagt. Wie aber kann ein Mensch dann „ohne Sünde“ sein?

Die Lösung ist ganz einfach und derjenige, der uns auf die richtige Spur führt, weiß gar nichts davon. Pontius Pilatus, der römische Statthalter, der Jesus hinrichten lässt, zeigt uns ganz deutlich, wer es ist, der dort am Kreuz hängt.

Pilatus aber schrieb eine Überschrift und heftete sie an das Kreuz; und es stand geschrieben: »Jesus, der Nazarener, der König der Juden«. Diese Überschrift nun lasen viele Juden; denn der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt, und es war in hebräischer, griechischer und lateinischer Sprache geschrieben.“ (Johannes 19,19-20 Schlachter 2000).

Wir kennen alte Kreuze, an denen ein gemarterter Jesus hängt und darüber immer ein kleines Schildchen mit den 4 Buchstaben „I.N.R.I.“ – das bedeutet „Jesus Nazarenus Rex Iudaeorum“.

In lateinischer Sprache stand dort also „Jesus, der Nazarener, König der Juden“ – ganz so, wie es Johannes berichtete. Dieser schreibt aber, dass die Überschrift dreisprachig war und die Bildhauer haben sich nicht die Mühe gemacht, das alles entsprechend zu zeigen. Was genau dort in griechischer Sprache stand, ist für uns heute eigentlich nicht so entscheidend. Aber in hebräischer Sprache stand dort „Jeshua Hanozri Wemelech Hajehudim“. Wenn man das genauso abkürzt, wie die lateinische Inschrift, dann lesen wir „JHWH“ – das ist der Gottesname des Alten Testamentes.

JHWH zeigt uns: Gott selbst ist auf die Erde gekommen, wurde Mensch wie wir (Philipper 2) und hat sich von den Menschen hinrichten lassen. Gott selbst hat unsere Sünde getragen. Gott selbst war das! Jesus Christus ist derselbe wie der Gott des Alten Testamentes. Er selbst ist gekommen, um für unsere Sünde zu bezahlen und uns zu befreien. Ist das nicht wunderbar?


Das Lamm   -   Das Opfer   -   Das Kreuz   -   Der Mensch   -   Der Sieg

Aber Gott hat ihn auferweckt von den Toten.“ (Apg.13,30)

Im letzten Teil unserer kleinen Reihe soll es um seinen herrlichen Triumph gehen.

Er ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden.

Diese wunderbare Botschaft ist damals wie heute der Anlass zu größter Freude. Weil diese Tatsache der Auferstehung eine wahrhaft frohe Botschaft ist: Jesus Christus hat am Kreuz von Golgatha die Sünde besiegt.

und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.15 Als er so die Herrschaften und Gewalten entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben.“ (Kolosser 2,14-15 Schlachter 2000):

Das ist der größte Triumph aller Zeiten. Nicht nur einfach ein Sieg, sondern ein uneingeschränkter Triumphzug. Das ist auch der Grund, warum die Jünger, die zuerst so verängstigt waren, plötzlich durch die ganze Welt gezogen sind, um diese frohe Botschaft den Menschen zusagen. Christus ist für uns in den Tod gegangen, er hat sich an unserer Stelle kreuzigen lassen. Aber er ist nicht nur für uns in den Tod gegangen, er ist auch auferstanden. Er konnte nicht im Tode bleiben, weil er selbst das Leben war und so ist er auferstanden.

Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! (1.Korinther 15,56-57 Schlachter 2000)

Wer Anteil hat an seinem Tod und in seinen Tod getauft ist (Römer 6), der hat auch Anteil an seiner Auferstehung und wird ewig leben. Das ist die wunderbare Botschaft von Ostern!
Jesus Christus hat gesiegt!

Gelobt sei unser Herr Jesus Christus!