Wir beginnen mal mit einer Stelle aus dem Alten Testament, wo geschildert wird, was die Priester tun mussten, bevor sie den Gottesdienst verrichtet haben.

Dusche

"Du sollst auch ein ehernes Handfaß machen mit einem ehernen Fuß, zum Waschen, und sollst es setzen zwischen die Hütte des Stifts und den Altar, und Wasser darein tun, daß Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße darin waschen, wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder zum Altar, daß sie dienen, ein Feuer anzuzünden dem HERRN, auf daß sie nicht sterben. Das soll eine ewige Weise sein ihm und seinem Samen bei ihren Nachkommen." (2.Mose 30,18-21 Luther 1912)

Vor dem Gottesdienst mussten sich die Priester also waschen. Das hat nun noch nichts mit einer Selbstprüfung zu tun. Denn die Priester haben sich ja gewaschen, ob sie nun dreckig waren oder nicht. Aber das ist schon mal ein wichtiger Hinweis, um was es eigentlich geht.

Wenn wir im Gottesdienst vor Gott treten, dann sollten wir "sauber" sein. Oder besser formuliert, wir sollten "rein" sein. Um rein vor Gott treten zu können - mit reinem Gewissen und frei von Schuld. Denn Gott ist das wichtig, das sehen wir in der nächsten Stelle:

"Bringt nicht mehr Speisopfer so vergeblich! das Räuchwerk ist mir ein Greuel! Neumonde und Sabbate, da ihr zusammenkommt, Frevel und Festfeier mag ich nicht! Meine Seele ist feind euren Neumonden und Jahrfesten; ich bin ihrer überdrüssig, ich bin's müde zu leiden.
Und wenn ihr schon eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und ob ihr schon viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut. Waschet, reiniget euch, tut euer böses Wesen von meinen Augen, laßt ab vom Bösen;"
( Jesaja 1,13-16 Luther 1912)

Ist das nicht ein schrecklicher Gedanken, dass Gott unseren Gottesdienst ablehnen könnte? Dann wäre alles umsonst: Das Singen, das Beten, die Predigt. Alles vergeblich. Umso wichtiger, dass wir wissen, wo wir stehen.