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So lernen Sie, sich in schwerer Zeit zu freuen

2.Thessalonicher 1,4-5

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"so dass wir selbst uns euer rühmen in den Versammlungen Gottes wegen eures Ausharrens und Glaubens in allen euren Verfolgungen und Drangsalen, die ihr erduldet; ein offenbares Zeichen des gerechten Gerichts Gottes, dass ihr würdig geachtet werdet des Reiches Gottes, um dessentwillen ihr auch leidet:"
(2.Thessalonicher 1,4-5 Elberfelder 1905)

Was haben die Verfolgungen und Drangsale der Gemeinde mit dem gerechten Gericht Gottes zu tun? Wie kann Verfolgung ein "offenbares Zeichen" des Gerichtes Gottes sein?

Steht denn die Gemeinde unter dem Gericht? Das ist natürlich ausgeschlossen!

Dazu Werner de Boor in der Wuppertaler Studienbibel zum 2.Thessalonicherbrief (1959): 

"Verfolgung ist nichts Zufälliges! Dass die Welt das Evangelium und den Glauben der Christen nicht als harmlose Marotte lächelnd duldet, sondern sich darüber aufregt und ihn mit allen Mitteln zu vernichten sucht, ist ein klares Zeichen, dass der Glauben eben nicht eine "Marotte", ein Märchen, eine primitive Weltanschauung ist, sondern Wahrheit, eine so treffende Wahrheit, dass die Welt sie nicht ertragen kann! Jesus selbst hat schon die tiefe innere Notwendigkeit des Leidens Seiner Jünger begründet (vgl. Joh 15,18-25 und andere Stellen). Er hat aber auch selber schon auf die andere Seite der Sache hingewiesen. Sind wir die Geschmähten und Verfolgten, dann sind wir eben darin auch als die erwiesen, die auf die Seite der Wahrheit gehören und an ihrem kommenden Sieg teilhaben! "
    Selig seid ihr, so euch die Menschen hassen und euch absondern und schelten euch und verwerfen euren Namen als einen bösen um des Menschensohns willen. 23 Freut euch alsdann und hupfet; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel." (Lk 6,22-23). Verfolgungen und Drangsale sind gerade nicht eine "Widerlegung" unseres Glaubens und der Wahrheit, an die wir unser Leben setzen, sondern nur ihre mächtige Bestätigung! Und während wir noch klagen möchten: "Wo bleibt denn Gottes Gerechtigkeit und Gericht?" dürfen wir es erfassen: Eben dies ist "ein Anzeichen des gerechten Gerichtes Gottes", dass die Welt die Botschaft nicht ruhig hinnimmt, sondern verfolgt und dass wir doch durch kein Leiden von der Wahrheit losgemacht werden können. Das kommende Gericht Gottes hat darin schon begonnen, die Welt als Feind Gottes zu entlarven und die Verfolgten als Erben des Reiches zu enthüllen.
    Bekämpfer und Verfolger des Evangeliums sind gerade darin schon Gerichtete und umgekehrt die Bedrängten und Leidenden schon selige Leute. Welche Stärkung für die Thessalonicher - und für viele andere!"


Besonders interessant an dieser Auslegung von de Boor finde ich den Punkt, dass die Welt sich so sehr gegen die Wahrheit wehrt, dass sie diese Wahrheit (und ihre Überbringer) angreifen muss!